Monat: Februar 2019

journaling. schreib dich gesund!

schreiben. das tun wir überall. jeden tag. unmengen an buchstaben, wörtern, sätzen. meist über eine tastatur am PC oder laptop, oder auch über das display auf unserem smartphone. sogar in einem gespräch mit anderen menschen müssen wir „nur mal kurz …“. wir stehen am bahnhof und warten auf den zug. wir stehen an der ampel und warten auf grün. wir sitzen beim arzt und warten auf unseren termin. wir sitzen im zug und fahren zur arbeit. und wir tippen, floskeln, und verirren uns manchmal vor lauter buchstabenwirrwarr. wir werden überflutet mit wichtigen und unwichtigen informationen und überfluten andere damit. wir teilen gedanken, termine, bitten, anweisungen und liebeswortschnipsel. kannst du noch butter kaufen? kannst du die kinder abholen? was machst du gerade? ich verspäte mich. bring bitte noch den müll runter. ach und übrigens, ich liebe dich! wir teilen uns mit und wir wünschen uns mitteilungen von anderen. schnell mal ne whatsapp geschickt, da ist es uninteressant ob der andere gerade zeit hat ans handy zu gehen oder nicht. kann er ja lesen wenn er zeit hat. und bitte auch beantworten. am besten schnell und nicht zu ausführlich. denn wir haben schon fünf neue nachrichten in unserer anzeige. die wollen auch unsere aufmerksamkeit. jeden tag kommentieren wir beiträge oder gesprächsverläufe im internet. facebook, instagram, whatsapp, xing.


wusstest du, dass du bereits ein digitales tagebuch schreibst?

ich, heute, mit meiner bff auf dem konzert. #bestmomentever. #ilovemybff. mom und ich beim shoppen. strandurlaub mit der familie in barcelona. sonnenuntergang auf den malediven. #love.

wir verbinden uns mit unseren familien, freunden, arbeitskollegen. doch wann hast du dich das letzte mal mit dir verbunden?

seit einiger zeit schreibe ich meine gedanken nieder. ja, so richtig. mit einem stift auf einem papier. in einem notizbuch. für mich ganz allein. gedanken, gefühle, erlebnisse. ein schönes notizbuch. drei stück musste ich über das letzte jahr sammeln bis ich den richtigen moment gefunden habe. der erste satz lautete dann „dies sind die ersten zeilen, die ich in diesem buch verewige“. darauf folgten viele momente im licht, und viele momente im schatten. langweilige momente, spannende momente. erlebnisse aus meinem alltag, wenn ich jemanden getroffen habe oder mich jemand gefunden hat. das gespräch mit der netten unbekannten in der apotheke, dass ich stolz bin heute mein fitnesstraining durchgezogen zu haben. dass ich weniger schokolade essen möchte und meine katze sich die ganze nacht auf meinem kopfkissen breit gemacht hat. manchmal steht da auch einfach nur dass ich dankbar bin. dankbar dafür dass ich gesund bin und lebe.

ist es nicht schön, sich zeit für sich zu nehmen? sich einmal achtsam damit zu beschäftigen, was dir so auf der seele brennt?

your very own soul is your soulmate.

die möglichkeit zu schreiben ist immer da. es ist eine sehr flexible, kostengünstige, einfache und schnelle möglichkeit, die wenig vorbereitung benötigt. und doch so wirksam und befreiend ist. dein stift und dein block sind sehr geduldig. sie liegen ganz friedlich da, bis du dich ihnen zuwendest und dir ein paar minuten zeit nimmst, den stift zu nutzen um das buch mit leben zu füllen. deinem leben. ob im büro, zuhause, unterwegs. zeile für zeile schaffst du eine neue neuronale verbindung in deinem gehirn, die deine lebensqualität verbessert. es ist deine persönliche auszeit.

wissenschaftliche studien belegen sogar, dass menschen die regelmäßig ihre gedanken und gefühle zu papier bringen, ein gesünderes und ausgeglicheneres leben führen. denn so sorgst du dafür, dass klarheit entsteht. du verbesserst dein gedächtnis und IQ, du stärkst dein immunsystem, du verringerst stress, du verbesserst deinen schlaf. schreiben macht glücklich. es fördert deine kreativität und deine problemlösungskompetenz. es hilft dir zu mehr zufriedenheit im job. es verbessert deine soziale intelligenz und fördert deine kommunikationskompetenz. und du kannst es schaffen, deine ziele einfacher zu erreichen.

durch das niederschreiben deiner gedanken wirst du anfangen, die dinge zu reflektieren. du kannst dir vornehmen, die lange antrainierten negativen glaubenssätze die dich niederreissen und frustrieren weniger zu benutzen. ersetze sie durch positive affirmationen, finde einen neuen blickwinkel. deinen neuen blickwinkel. je öfter du dies tust, desto weniger gewicht werden deine alten glaubenssätze bekommen, und umso leichter wird es dir fallen, deine neuen positiven gedanken zu festigen. durch das schreiben bist du im jetzt. du bist achtsam mit dir selbst, und konzentrierst dich auf das was du gerade tust. du kannst es dir vorstellen wie ein trampelpfad. um so öfter du diesen weg gehst, umso breiter wird er. es ist ein prozess. sei geduldig und gib dir zeit. das passiert nicht von heute auf morgen. doch wenn du dran bleibst, wirst du eine veränderung spüren.

eine ganze menge guter gründe, damit anzufangen. nicht wahr?

dann drücke doch einmal die stop-taste in deinem schnellebigen alltag, setze dich einen moment hin und nimm dir die zeit, deine gedanken niederzuschreiben. du wirst merken dass dir dies hilft, loszulassen. du befreist deinen geist von deinen gedanken indem du sie niederschreibst. das heisst nicht, dass du sie löschst oder vergisst. das heisst, dass du für klarheit sorgst. du sortierst, konzentrierst dich aufs wesentliche. du kannst sie später noch einmal revue passieren lassen, wenn du das möchtest. solltest du das gefühl haben, dass ein leeres notizbuch ein unüberwindbares hindernis ist, du nicht weißt wie du anfangen sollst, oder dir nicht vorstellen kannst leere zeilen mit leben zu füllen, so schaue dich einmal nach einem journal um. vielleicht ist ein dankbarkeits-journal etwas für dich. oder ein achtsamkeits-journal. vielleicht ist es auch ein journal welches dir hilft deinen tag zu planen und eine struktur zu finden.

du könntest das schreiben an eine vorhandene routine anknüpfen. zum beispiel nach dem frühstücken, oder vor dem schlafengehen. lege dir alles bereit, was du benötigst. nimm dir kurze zeiten zum schreiben vor, wenige minuten am tag oder einmal in der woche. wichtig ist, dass du deinen gewählten rhythmus gut in deinen tag einbauen kannst, ohne dass es dich überfordert oder stresst. schaffe eine positive verknüpfung in deinem gehirn, nachdem du dein vorhaben eingehalten hast. belohne dich! vielleicht hast du lust auf ein leckeres getränk, einen spaziergang in der natur oder eine playlist mit neuen songs. sei kreativ! und wenn es an einem tag mal nicht klappt, so kannst du entspannt bleiben und am nächsten tag wieder daran anknüpfen.

zeit die wir uns nehmen ist zeit, die uns etwas gibt.

und so sitze ich und schreibe. jeden tag. meine freunde fragen mich, was ich da denn so rein schreibe. das bleibt mein geheimnis. es ist ein brief an mich selbst. ich finde jeden tag passiert etwas aufregendes, was gesehen werden möchte. was niedergeschrieben werden möchte. ich beginne meine aufzeichnungen zu beobachten. revue passieren zu lassen, ob die tage wirklich so schlimm waren, wie ich sie empfunden habe. oder so schön. meistens waren sie schöner! ich werde zum beobachter meiner gedanken. ich bin frei, in dem was ich schreibe, denn ich kann meinem notizbuch alles anvertrauen. es bleibt unter uns. nur wir zwei. das journal und ich, das fenster meiner seele. diese zeit nehme ich mir. von mir. für mich. ich kann dort sein, wie ich bin. ohne rücksichtnahme auf bewertungen von außen. frei, wild, chaotisch. strukturiert, kreativ, ausgelassen. bunt, ehrlich, treu. es ist ein platz in meiner mitte, mein eigener happy place. ich reflektiere dadurch mein leben, erkenne muster und verhaltensweisen, gedankenstrukturen und emotionale reaktionen. denn das ist der stoff aus dem ich meine realität forme. ich lerne mich besser kennen. wer ich bin, was ich möchte. wer ich nicht bin, und was ich nicht möchte.

mein kopf wird frei!

und in 30 oder 40 jahren hole ich das buch hervor. und dann lese ich die schönste liebesgeschichte der welt. meine eigene.

achtsamkeits-impuls des monats / februar 2019

dein tag beginnt damit, dass du aus dem schlaf aufwachst. oft hast du dann bereits sehr viele, eventuell hektische oder sogar negative gedanken. gedanken die sich mit dem anstehenden tag beschäftigen oder dingen, die möglicherweise noch passieren. dies geschieht meist unbemerkt, denn es handelt sich um automatisierte gedankenabläufe. du steigst aus dem bett, immer die uhr im blick, und schon ist ein angespannter tag vorprogrammiert.

dieser gedankenstrom oder auch negative gedanken haben einen mächtigen einfluß auf unser wohlbefinden. sie beeinflussen, wie du deinem neuen tag gegenüber trittst. wird dies ein positiver tag, an dem du gelassen, ruhig und mit guter laune durch den tag gehst? oder wird dies ein tag voller sorgen, ängste, und anspannungen?

in der phase zwischen dem aufwachen und aufstehen können wir unsere geistige ausrichtung bestimmen. bereits morgens kannst du den achtsamkeitsmodus aktivieren und es wird dir im laufe des tages leichter fallen, dich immer mal wieder daran zu erinnern und inne zu halten. eine kleine übung, mit einer großen wirkung.

du möchtest bewusster mit dir selbst und deinem leben werden? das kannst du!

verschiebe dich nicht auf später!

in meinem letzten blog-beitrag habe ich dir bereits erklärt, was achtsamkeit bedeutet. ich fasse die wichtigsten punkte noch einmal zusammen:

  • bewußt wahrnehmen mit allen fünf sinnen (riechen, schmecken, fühlen, sehen, hören)
  • mit offener geisteshaltung in der gegenwart sein
  • nicht wertend und ohne absicht oder ziel sein

ich möchte folgende achtsamkeitsimpulse für den kommenden monat mit dir teilen. du kannst diese übungen gleich einmal ausprobieren und dann gerne täglich wiederholen. mach dir keinen druck, wenn du es einmal vergisst. dann kannst du den nächsten tag nutzen, um wieder daran anzuknüpfen. ich stelle dir hier drei kleine übungen vor, aus denen du dir etwas aussuchen kannst, das dir liegt.

wichtig zu wissen ist, dass bereits kleine übungen anspruchsvoll genug sind. dein bewusstsein wird jedes einzelne dieser kleinen erfolgserlebnisse registrieren. dadurch erweitert und stabilisiert sich das neuronale achtsamkeits-netzwerk deines gehirns mehr und mehr. zu komplexe aufgaben hingegen könnten dein ungeübtes gehirn überfordern, wodurch dann ein scheitern eventuell vorprogrammiert ist. außerdem ist es wichtig, dass du diese übungen fokussiert und mit gelassenheit machst. 

sei achtsam um achtsam zu sein.

alles andere kommt dann von alleine. denn wenn du die übungen machst, um zu einem ergebnis zu kommen, dann fokussierst du dich möglicherweise zu sehr auf das ergebnis als auf die übung selbst.

achtsamkeit beim atmen

bleibe morgens nach dem aufwachen für ein paar minuten mit offenen augen in deinem bett liegen. richte deine aufmerksamkeit auf deinen körper, spüre die matratze und das kissen, auf dem du liegst. spüre die decke, die deinen körper wärmt. bringe nun die aufmerksamkeit zu deinem atem. spüre wie er ganz natürlich in dich hineinströmt und wieder hinausfließt. vielleicht nimmst du ein gefühl war, zum beispiel wie sich dein atem anfühlt. nimm dieses gefühl einfach wahr. wenn du einatmest, nimmst du wahr wie du einatmest. wenn du ausatmest, nimmst du wahr wie du ausatmest. bleibe für einen moment ganz bei dir und deinem atem. ärgere dich nicht darüber, wenn du geräusche um dich herum wahrnimmst, oder wenn du gedanken im geist hast, die dich ablenken. das ist ganz normal. lasse einfach zu, was ist. nimm es an und richte dann deinen geist immer wieder neu aus. bringe deine aufmerksamkeit wieder zurück zu deiner atmung. bei dieser übung gibt es nichts zu erreichen. genieße diesen moment, in dem du aufmerksam mit dir und deinem körper umgehst. verweile ein paar minuten in diesem sein-zustand und meditiere so für dich, in der stille.

achtsamkeit beim essen

beginne damit, dir eine mahlzeit des tages liebevoll zuzubereiten. du kannst schon beim vorbereiten der lebensmittel auf ihre farben und gerüche achten, sie einmal in die hand nehmen und spüren, wie sie sich für dich anfühlen. wie sieht beispielsweise die kartoffel für dich aus? riecht die schale des apfels bereits vor dem aufschneiden? erzeugt die karotte ein geräusch, wenn du beginnst sie zu schneiden? wie fühlt sich eine kiwi für dich an? schmeckt das fruchtfleisch der orange anders als der orangensaft? nimm dir zeit, deine mahlzeit zu essen. suche dir ein ruhiges und gemütliches plätzchen, an dem du dich wohl fühlst. vielleicht ist es ein heller platz am fenster, von dem du nach draußen in den garten schauen kannst. vielleicht auch vor einem kaminfeuer oder einer heizung. kaue langsam, rieche und schmecke die verschiedenen lebensmittel, die du zu dir nimmst. halte während des essens kurz inne und stelle dir die frage „bin ich schon satt?“ genieße den moment und sei dankbar, dass du diese nahrung zu dir nehmen darfst.

achtsamkeit bei einem spaziergang

schaue bewußt nach einem zeitfenster, das du für dich ganz allein nutzen kannst. vielleicht magst du dir diesen termin auch in deinen kalender eintragen, um sicher zu gehen, dass nichts dazwischen kommt. schon hier kannst du achtsam mit dir selbst sein, und kommunizieren dass du diese 30 oder 60 minuten für dich selbst nutzen möchtest. suche dir einen ruhigen ort in deinem umfeld, am besten einen ort in der natur. vielleicht hast du bereits herausgefunden, welche orte deine persönlichen kraftorte sind. möglicherweise ist es der wald in der nähe, oder ein park in der stadt. vielleicht auch ein spazierweg an einem fluß. wenn du sehr viel zu tun hast, könntest du den weg zum einkaufen nutzen oder nachdem du deine kinder zum sportkurs gebracht hast. laufe in einem tempo, das dir gut tut. ein tempo, in dem dein atem ganz natürlich fließen kann. beobachte nun, was für schöne und erfreuliche dinge dir in deiner umgebung auffallen. ist es das wetter, der warme sonnenschein oder auch die regentropfen die unsere erde befeuchten? ist es eine kühle briese wind? vogelgezwitscher, das bellen eines hundes, oder eine schnurrende katze?  vielleicht begegnest du besonders farbenfrohen blumen. nutze alle deine sinne, um deine umgebung zu entdecken und beobachte, wie sich deine stimmung verändert.


ich wünsche dir grossartige, ganz aufmerksame erfahrungen mit dir und deiner umwelt. genieße deine ganz eigenen kraftquellen und happy moments in deinem bunten leben 🙂

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