Wie hast du dich entschieden, dein Leben zu gestalten? Nimmst du es einfach so hin, folgst den unendlich vielen Gedanken in deinem Kopf, lässt dich von deinem Geist irreführen, schlenderst durch den Tag, gehst genervt arbeiten, dann wieder nach Hause deine Pflichten erledigen, schlafen und am nächsten Tag das gleiche Spiel? Oder hast du bereits Verantwortung übernommen, hinderliche Glaubenssätze herausgefunden, deine Blockaden und Traumata aufgearbeitet, ein Gefühl dafür entwickelt was dein Lebensinhalt sein soll, dir Ziele gesetzt, bist ins Tun gekommen und hast angefangen groß zu träumen? Bist du begeistert, von dem was du tust? Ist dein Herz und dein Gefühl stets voll dabei?

Ich beobachte oftmals die Menschen um mich herum. Viele davon sind leere Hüllen, die wie Roboter automatisch eine To Do Liste abarbeiten und glauben, von materiellen Dingen wie Markenkleidung, hochwertigen Autos, modernen Immobilien und teuren Reisen werden sie glücklich. Teilweise haben sie Krankheiten, einige sogar schwere. Dann gehen sie zum Arzt und lassen sich ein paar Pillchen verschreiben. Die sind ja so schön bunt und helfen. Oder sie kompensieren die innere Leere mit Essen. Essen hilft auch. Und macht so schön satt. Dazu noch ein bis fünf Bierchen oder zwei Flaschen Wein. Das lässt vergessen, zumindest für einen kurzen Moment.  

Was bedeutet Glück und Zufriedenheit für dich? Ist es etwas, das du erreichen kannst, indem du ganz viel dafür tust? Denkst du, du musst ehrgeizig sein und kämpfen, um dein Ziel zu erreichen? Angelehnt an unser Bildungskonzept, in dem Bewertung und Leistung ganz oben stehen. Welche Rolle spielt Druck, das vergleichen mit anderen und der Anspruch an dich selbst?

Sicherlich wird es dir helfen, dich mit diesen Fragen auseinander zu setzen. Du könntest dir ein „Date mit mir selbst“ in den Kalender eintragen, dich an einem schönen ruhigen Platz setzen und einfach mal aufschreiben, was so kommt.

Natürlich ist es wichtig, persönliche Pläne und Ziele im Leben zu haben. Auch ein Zukunftsvorsorge schließt das Loslassen nicht aus. Loslassen bedeutet nur, dass du diese Dinge nicht dein Leben beherrschen lässt. Denn es ist doch oft so: wir möchten etwas erreichen, etwas verändern. Vielleicht sind wir unzufrieden in unserem Job oder in der Beziehung zu unserem Partner. Dann möchten wir die neue Situation am liebsten sofort und ganz schnell. Damit wir uns nicht mehr unwohl fühlen. Doch die Frage hier ist: woher kommt deine Unzufriedenheit? Welche Gegebenheit sorgt dafür, dass du dich unwohl fühlst? Wo spürst du dieses Gefühl? Gehe einmal auf Erkundungstour und spüre in dich hinein. 

Es ist nichts falsch daran, sich Ziele zu setzen oder Dinge erreichen zu wollen. Schwierig wird es nur, wenn wir daraus einen Ersatz machen für das Fühlen des Lebens, des Seins. Denn zu dem finden wir nur über das Jetzt Zugang.

Eckhart Tolle

Stell dir folgende Situation vor: du planst eine Wanderung. Auf der Karte sieht es so aus, als wäre der Weg ganz klar und einfach. Du freust dich auf neue Abenteuer, bereitest dich vor und gehst los. Während deiner Tour bemerkst du, dass unvorhergesehene Steigungen, gesperrte Wege oder widrige Witterungsbedingungen auftauchen. Was nun? Du bist nicht darauf vorbereitet. Hattest du dir vorgenommen, den Zielort in einem bestimmten Zeitraum zu erreichen und kannst diesen nun nicht einhalten? Hast du absichtlich wenig oder keine Pausen eingeplant, um schnell am Ziel zu sein? Vielleicht verpasst du auch die schöne Landschaft oder hetzt an Menschen vorbei die dir entgegen kommen. Oder du ärgerst dich sogar über die vielen Hindernisse um Umwege, die auf deiner Karte nicht verzeichnet sind. Möglicherweise verletzt du dich auf dem Weg, und kommst so niemals an dein Ziel. Was passiert beim bewusst werden der Situation in deinem Körper

Ein guter Reisender hat keine festen Pläne und ist nicht erpicht darauf, anzukommen.

Wie wäre es also, wenn du dir statt Zielen eine Orientierung setzt. So bleibst du flexibel, bist offen für neues und kannst die Optionen erkennen, die dir auf dem Weg begegnen. Du wirst den Weg genießen und hast jederzeit die Möglichkeit, ihn zu ändern wenn er nicht mehr zu deiner aktuellen Situation passt. Vielleicht entdeckst du auch Möglichkeiten, mit denen du vorher niemals gerechnet hättest. Wenn du weniger Aufmerksamkeit auf dein Ziel richtest, sondern vielmehr auf den Weg bzw. das eigentliche Tun, dann bist du offener für Hindernisse, kleine Herausforderungen die dich wachsen lassen. Du hast mehr Energie, dranzubleiben und lernst, wieder mehr auf deine Intuition zu vertrauen. Vertraue dem Prozess, finde zu deinem Ursprung zurück.

Mache den Weg zum Ziel! Sieh das Ankommen als eine Bonus-Option, die du genießen kannst, wenn du sie erreichst. Und wenn nicht, dann wird sie dir nicht fehlen. Denn es war keine Voraussetzung, nur eine weitere Möglichkeit. Hört sich das nach Freiheit an? Ich denke schon!

Dieses schöne Beispiel einer Reise kannst du wunderbar auf dein Leben anwenden. Beginne, dich zu orientieren. Im Moment zu leben, Pläne und Ziele loszulassen und einfach mal zu schauen, was das Leben dir schenkt. Hab Vertrauen, sei offen und genieße. Gönn dir Pausen, denn woher sollst du Energie nehmen, wenn du sie nicht hast. Atme durch. Es werden sich wundervolle Möglichkeiten auftun, die vielleicht noch besser werden als du es dir vorgestellt hast.

Das Leben verläuft selten wie geplant. Es gibt keine To Do Liste, die du abhaken kannst. Und wenn du sie dir selber baust, dann besteht die Möglichkeit dass es dich nicht glücklich macht und aus der Bahn wirft.

Folgende Fragen werden dir helfen, eine Orientierung für dein Leben zu finden:

Was war bis jetzt die glücklichste Zeit in deinem Leben und warum?Was sind deine Stärken und deine Werte? Was ist deine persönliche Aufgabe im Leben – warum bist du hier?Was tust du, um dich zu sabotieren? Um stets zu vermeiden, dass du losgehst und deinem Herzen folgst?

Ich wünsche dir viel Spaß beim Gestalten deines Lebensplans. 

Wenn du es in deinem Kopf sehen kannst, kannst du es in deiner Hand halten – löse deine Begrenzungen.