Achtsamkeit, Atmen & Sexualität: mit mehr Achtsamkeit & Atmung Sexblockaden lösen. 

Ein Gastbeitrag von Michelle Amecke

Wie achtsam bist du im Alltag?

Hand aufs Herz: Wie sehr achtest du im Alltag auf deinen Atem? Wie auf deine Körperhaltung? Und wie sehr weißt du in jedem Moment, wie deine Stimmung gerade ist oder wie sie sich verändert hat? Und wie sehr bist du in deiner Sexualität mit dir selbst vertraut – wie gut kennst du deinen Körper und wie schön kannst du dich fallenlassen?

 

Ist deine Sexualität etwas ganz Feines, das flutscht und wunderschön ist – oder eher eine Sackgasse, wo nichts so richtig geht oder etwas was so lauwarm ist? Vielleicht kennst du die Momente, wenn du intim bist mit jemandem und plötzlich große Wut verspürst und nicht mehr willst. Oder warum manchmal Schmerzen auftauchen? Oder warum plötzlich eine Schamlippe anfängt zu jucken und du dann tagelang keine Lust mehr hast? Warum plötzlich keine Erektion mehr möglich ist oder du permanent zu früh kommst?

 

Stress und Ängste verhindern schönen Sex

Stress, Ängste, sorgenvolle Gedanken, Missbrauch, schlechte Erlebnisse, aber auch Glaubenssätze wie „anständige Mädchen sollten sowas nicht machen“, all das sorgt dafür, dass wir angespannt sind und uns verkrampfen.

 

Es geht gar nicht anders, als dass sich unter Stress der Körper als auch die Atmung verändert. Das ist etwas, was du nicht verhindern kannst. Du fängst an, schneller zu atmen, kürzer zu atmen, sodass der Atem nicht mehr deinen Bauch erreicht. Was eigentlich gut wäre!

 

Der ganze Körper verkrampft sich – auch die Genitalien können sich verspannen. Häufig wird bei der Atmung der Bauch eingezogen und die Schultern sind angespannt. Sie bewegen sich hoch und herunter – mit dem einatmen und ausatmen. Wenn wir nicht aufpassen, was mit unserem Körper geschieht, wenn wir uns gestresst fühlen, kommen wir nicht aus der Anspannung heraus, sondern steigern uns eher noch hinein. Wir atmen viel zu schnell. Gleichzeitig bauen wir einen Schutz auf, verhärten und verpanzern uns, damit wir wie ein Igel vor der Gefahr geschützt sind.

 

Eine meiner Kundinnen wusste nicht, warum sie sich nackt direkt versteifte und verkrampfte, sie konnte überhaupt nicht loslassen. So ist ganz schwer nur ein Orgasmus möglich – das ekstatische Fühlen für die Frau geschieht im kompletten Loslassen. In unseren Sessions kamen wir auf ihr Selbstbild – sie fand sich nicht schön, mochte ihre Beine nicht, fand sich zu dick. Jedesmal, wenn ihr Freund sie ansah, fing sie an, den Bauch einzuziehen und sich selbst unter Druck zu setzen. Ein Orgasmus war so nicht möglich.

 

So einfach ist es manchmal – mit so schlimmen Auswirkungen.

 

Der Schutzpanzer beim Sex

Ich weiß nicht, inwieweit du dich schon mit deiner Sexualität auseinandergesetzt hast. Stress und Ängste sorgen dafür, dass du einen Panzer aufbaust, der dich schützen soll. Der Körper möchte dir damit etwas sagen. Es sind Gefühle in dir oder Glaubenssätze, die dir noch zu schaffen machen, Erlebnisse, die noch nicht verdaut sind, die Angst machen oder nicht noch einmal gefühlt und durchlebt werden wollen.

 

Diese Verpanzerungen oder Blockaden äußern sich in z.B. chronischen Entzündungen im Genitalbereich, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr aber auch fehlenden Orgasmen und so weiter.

 

Diese Blockaden, die dich schützen sollen, sind dann später hinderlich beim Aufbau einer schönen und erfüllenden Liebesbeziehungen oder sexuellen Beziehung. Oft wissen wir nicht, dass wir nicht einfach nur „keine Lust mehr haben“, sondern eine Blockade, ein Erlebnis dahintersteckt. Der Körper vergisst nichts!

 

Lassen sich Blockaden lösen?

Der erste Schritt um so eine Blockade zu lösen ist, dass du sie überhaupt erstmal erkennst. Oft begleiten uns Symptome furchtbar lange und verhärten sich immer mehr, vor allem wenn wir sie nicht ernst nehmen und die Symptome wegmachen, ohne an die Ursachen zu gehen. Du denkst vielleicht „ich kann einfach nicht vaginal kommen“, „ bei mir ist die Periode halt so schmerzhaft“ oder „gegen die Erektionsstörung nehme ich dann halt Viagra“.

 

Doch damit ist das Problem nicht gelöst. Daher ist Achtsamkeit so wichtig – dich selbst genau zu beobachten, genau hinzufühlen, dich zu informieren. In der Sexualität hinzuspüren, ganz achtsam: Was fühle ich, was fühlt sich gut an, wie möchte ich berührt werden? Was gefällt mir? Was möchte ich nicht mehr? An welchem Punkt wird es schmerzhaft?

 

Unangenehme Erfahrungen mit früheren Partnern können auch in die nächste Liebesbeziehung mit hineinspielen – das ist wichtig zu wissen, damit sich der neue Partner nicht zurückgewiesen fühlt!

 

Blockaden, die entstanden sind, lassen sich auch wieder lösen. Manchmal ist professionelle Hilfe nötig, manchmal hilft Achtsamkeit, eine bewusstere Atmung und auch die Kommunikation mit dem Partner.

 

Techniken, um Blockaden zu lösen

Alles beginnt mit einer entspannten Atmung, doch es gibt auch noch andere Techniken um die Verkrampfungen / Blockaden sanft zu lösen:

 

Atmung

Ich will dich nicht mit komplizierten Atemtechniken langweilen – zudem es hier auch bessere Experten gibt. Doch den Atem ruhig fließen zu lassen und zwar bis hinunter den Bauch ist das A&O. Das entstresst sofort. Du kannst dich auch hinlegen und eine Hand auf den Bauch legen um zu spüren, wie der Atem fließt und ob er tatsächlich deinen Bauch erreicht. Das ist auch eine schöne Übung zu zweit, wenn der Partner einfach nur die Hand auf den Bauch des anderen legt und spürt.

 

Spürst du beim Sex, dass du steif wirst (ich meine das andere steif – wenn du dich verkrampfst) dann atme doch einmal bewusst AUS. Der Atem bleibt so nicht im Brustkorb stecken und kann weiter fließen. Immer länger ausatmen als einatmen.

 

Kommunikation und Vertrauen

Ohne dieses Vertrauen in einer Partnerschaft wird es schwer, die Blockade zu lösen – den mehr Stress und Druck verstärken eher den Panzer. Reden und vor allem auch zeigen und erklären, was gefällt und was nicht, ist ganz wichtig.

 

Schöne Bilder

Wenn du beim Sex einfach nicht mit dem Denken stoppen kannst, dann probieren, schöne Bilder hervorzurufen. Wie du mit deinem Liebsten/deiner Liebesten am Strand liegst, eine schöne Naturlandschaft, leise prasselnder Regen, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

Halschakra

Wut herauszulassen ist essentiell! Gerade Frauen unterdrücken viel zu viel. Die Wut muss raus – soll aber natürlich nicht gegen jemanden gerichtet sein!

Die Wut kannst du hervorragend transformieren, wenn du schreist – vielleicht nicht gerade im Wald, wo viele Tiere erschreckt werden, doch im Auto geht das wunderbar! Du kannst auch regelmäßig richtig laut singen, das ist sehr heilsam.

 

Beckenschaukel

Eine schöne Übung um Blockaden zu spüren ist die Beckenschaukel. Du bist im Schneidersitz auf dem Boden und hast deine Hände auf den Oberschenkeln. Jetzt rollst du dein Becken:

Vor und zurück, das heißt du gehst ins Hohlkreuz und in den Rundrücken. Du unterstütz auch hier mit der Stimme und Atmung, beim zurückrollen ausatmen, beim vorrollen einatmen. Wenn du magst machst du noch einen Ton beim Rückrollen (zum Beispiel „Haaaaaa“ mit dem Ausatmen). Das lockert enorm und befreit deine Gedanken.

Michelle Amecke, Diplom Pädagogin und systemischer Coach mit einer Ausbildung in Paar- und Sexualtherapie arbeitet seit fast 30 Jahren mit Menschen. ​Ihre Vision ist es, möglichst viele Menschen zu ermächtigen​, authentisch zu leben und lieben​. Nur i​m Selbstbewusstsein, im Selbstausdruck und vor allem in der Sexualität k​ann der Mensch erkennen, wer er wirklich ist. 

Der Weg der Dekonditionierung ​sollte ihrer Meinung nach immer auch über den Körper geschehen.​
Ihre Arbeit in der Körpertherapie und spätere​ Ausbildung zur Sexual- und Beziehungstherapeutin ließ sie noch tiefer begreifen, wie stark​ und deutlich die Sprache des Körpers ist. „Wir sind körperliche, sexuelle Wesen“. An der Art, wie Menschen mit ihrer Sexualität umgehen, lässt sich viel davon ablesen, wie sehr wir in uns selbst Erfüllung finden. 

Derzeitige Fortbildungen in HUMAN DESIGN, um Menschen noch effektiver unterstützen zu können.

​www.michelle-amecke.de

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