Achtsamkeits-Impuls / Beziehungen

Achtsamkeits-Impuls / Beziehungen

Achtsamkeits-Impuls / Beziehungen. 

Bestimmt kennst du das Gefühl, dass du gerade eine Person kennengelernt hast die du sehr magst. Oder du bist bereits in deinen Partner oder deine Partnerin verliebt. Vielleicht befindest du dich aber auch in ein einer langjährigen Beziehung mit einem Menschen, der dir sehr Nahe steht. Alle diese Situationen haben eine gemeinsame Komponente: sich gegenseitig Aufmerksamkeit schenken. Sicherlich ist es bei einer schon über Jahre oder Jahrzehnte bestehenden Beziehung ein anderes Gefühl als wenn du dich gerade frisch verliebt hast. Der Alltag hat sich eingeschlichen, jeder geht seinem Beruf und seinen Hobbies nach. Vielleicht sind Kinder geboren worden denen du ebenfalls Aufmerksamkeit und Liebe schenkst. Es gibt mal Unstimmigkeiten, Diskussionen oder Streit. Die Tage, Wochen, Monate und sogar Jahre ziehen so vorbei und irgendwann schleicht sich das Gefühl ein, dass ihr nebeneinander her lebt. Selbst wenn ihr grundsätzlich ähnliche oder gleiche Wertvorstellungen teilt, gibt es immer wieder Phasen, die sich mal leichter und mal schwerer anfühlen.
Ich möchte dir heute Impulse geben, wie du deine Beziehungen pflegen kannst. Wie du aufmerksam beobachten kannst, welche Energie deine Beziehung zur Zeit hat und was du tun kannst, um diese in Balance zu halten.

Keine Beziehung ist perfekt. Muss sie auch nicht. Orientiere dich einmal an der Natur. Kaum fängt es an zu regnen, düster und neblig zu werden oder zu schneien, finden wir das ungemütlich. Wir nörgeln herum, machen das Wetter für unsere Stimmung verantwortlich oder dafür, dass wir heute morgen zu spät zur Arbeit gekommen sind. Wir möchten uns zurückziehen, an einen sicheren, warmen und trockenen Ort. Doch die vier Jahreszeiten in der Natur gehören genauso zusammen wie verschiedene Phasen in der Verbindung zu unseren Mitmenschen oder Partnern.

No rain, no flowers.

Was kannst du also tun, wenn du das Gefühl hast, deine Beziehung gerät aus dem Gleichgewicht? Nun, zuallererst solltest du herausfinden, was du möchtest. Klarheit über deine eigenen Bedürfnisse sind die Basis für eine zwischenmenschliche Beziehung und hilft dir auch bei der Kommunikation innerhalb einer Partnerschaft. Wenn dein Geist klar ist und du deine Wünsche in ehrliche und offene Worte fassen kannst, ist dies eine gute Grundlage für Verbindungen und auch um mit Konflikten fair und achtsam umzugehen.

Hast du dir schon einmal überlegt, was deine eigenen Bedürfnisse sind? Welche Werte dir wichtig sind und welche Vorstellung du davon hast wo du leben möchtest? Wie sieht deine Familienplanung aus und wie deine beruflichen Wünsche? Wie möchtest du dein Leben gestalten?

Wir investieren in unserem Alltag in der Regel sehr viel Zeit in alle möglichen Dinge. Wir priorisieren und planen, verschieben und organisieren. Und am Ende des Tages haben wir dann das Gefühl, dass wir immer noch zu wenig Zeit haben um uns um alles zu kümmern. Oder wir kümmern uns um alles Mögliche um uns herum – jedoch nicht um uns selbst und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Jeder Mensch hat 24 Stunden am Tag Zeit. Planst du in diesen Stunden auch Zeit für dich selbst ein?

Vielleicht hast du dich schon einmal hingesetzt und dir deine persönlichen Antworten zu den oben gestellten Fragen aufgeschrieben. Vielleicht ist dir dabei auch aufgefallen, dass Vieles davon schon längst in dir vorhanden ist. Fällt es dir schwer, deine Bedürfnisse zu kommunizieren? Die passenden Worte zu finden, um dich klar und deutlich auszudrücken? Oder halten deine eigenen Gedanken dich sogar davon ab, deinem Gesprächspartner aufmerksam zuzuhören?

Wenn du die Liebe in dir selbst entdeckst, wirst du sie ueberall sehen.

Beginne doch einmal damit, deinem Gegenüber aufmerksam zuzuhören. Lege das Smartphone zur Seite, schalte den Fernseher und das Radio aus. Begib dich auf Augenhöhe, schau die Person an. Du könntest dir auch angewöhnen, Teile des Erzählten in deinen Worten zu wiederholen. So findest du heraus, ob du alles richtig verstanden hast oder es entsteht ein ehrliches Gespräch daraus. Bewahrt die Ruhe und gewährt euch gegenseitigen Respekt sowie ausreichend Pausen. Es kann auch sehr erfüllend sein, gemeinsam die Stille zu genießen. Einzutauchen in die Energie des Beisammenseins oder die Umgebung, in der ihr euch befindet.

Gemeinsame Zeit und Erfahrungen schweißen zusammen. Plant doch mal wieder Zeit für euch ein! Vielleicht probiert ihr etwas Neues aus, fahrt an einen besonderen Ort oder erlebt etwas, das ihr vorher noch nie zusammen erlebt habt. Gibt es vielleicht eine Seite an deinem Partner, die du noch gar nicht kennst? Lass dich überraschen!

Akzeptanz und Respekt von innen führen zu unabhängigem und liebevollem Geben. Daraus entstehen liebevolle Beziehungen voller Zufriedenheit und Ruhe.

Was könntest du noch tun, um achtsam in deiner Beziehung zu sein?

Wie wäre es damit, den anderen zu fragen wie sein Tag war. Oder nach Feierabend ein Bad einzulassen. Vielleicht kannst du ein leckeres Abendessen für euch zwei zubereiten oder morgens das Frühstück oder die Lunchbox vorbereiten. Kleine Aufmerksamkeiten wie ein Zettel mit einer Liebesbotschaft, einem Dankeschön oder einer anderen Art von Wertschätzung können so viel bewirken. Stell dir nur vor, du überraschst deinen Partner mit einem solchen Geschenk, zauberst ihm dadurch ein Lächeln ins Gesicht und gleichzeitig stärkst du damit eure Verbindung. Diese kleinen Momente sind wie ein Band, das euch verbindet. Wenn du dieses Band immer und immer wieder stärkst, so wird es euch in unruhigen Zeiten leichter fallen, miteinander zu kommunizieren, einander zu verstehen und Mitgefühl zu entwickeln. Denn ihr habt Vorarbeit geleistet, habt den gemeinsamen Alltag zu etwas besonderem gemacht. Ihr zeigt Wertschätzung füreinander, respektiert euch und seid daran interessiert, etwas für die Beziehung zu tun.

Achtsamkeit im Alltag hilft also nicht nur dir, deine Vorstellungen vom Leben klarer zu gestalten sondern auch, die Verbindung zu den Herzensmenschen um dich herum zu stabilisieren. Das Leben folgt einem natürlichen Rhythmus. Tauche in diesen Rhythmus ein und lass dich tragen. Nimm an, was kommt und lass gehen, was nicht zu dir gehört. Es ist bereits für alles gesorgt. Schau hin und beginne zu sehen, zu fühlen. Verbinde dich mit dir selbst und mit anderen und genieße so die Leichtigkeit in deinem Leben.

Enjoy the little things in life. Because one day you will look back and realize, they were the big things.

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Atme ein. Atme aus. Erinnere dich, wer du bist.

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Du trägst ein sehr wertvolles Hilfsmittel für deine Achtsamkeitspraxis bereits in dir. Möchtest Du wissen was das ist? Es ist dein Atem. Er begleitet dich täglich, indem er einfach durch dich hindurch fließt und dich somit am Leben erhält. Er wird auch als „Sitz des Lebens“ oder „Prana“ = Lebensenergie bezeichnet. Ein Mensch atmet 12 bis 15 Mal in der Minute, indem sich der Brustkorb hebt und senkt und die Lungen mit dem Atem gefüllt und wieder geleert werden. Das sind durchschnittlich acht Liter Luft, die pro Minute durch deinen Körper fließen. Kinder atmen ganz natürlich in den Bauch. Wenn wir erwachsen werden und im schnelllebigen und oft hektischen Alltag gefangen sind, beginnen wir zur Brustatmung zu neigen. Oft wird dazu auch der Bauch eingezogen, möglicherweise in dem meist unbewussten Wunsch, nicht an den „dicken Bauch“ erinnert zu werden. In Situationen in denen wir gestresst oder beunruhigt sind, atmen wir stockend, flach und unregelmäßig. Dies ist charakteristisch für Stresszustände und ein Zeichen davon, dass wir stärkere körperliche und psychische Belastung haben. Das Blut erhält dadurch nicht genügend Sauerstoffsättigung.
Die Atmungsorgane sind dafür verantwortlich, unseren Körper mit Sauerstoff zu versorgen und das beim Stoffwechsel entstandene Kohlendioxid wieder auszuscheiden. Einatmen durch die Nase verhindert, dass Staub- und Schmutzteilchen, Keime und Krankheitserreger in den Körper eindringen. Sie hat die Aufgabe, die eingeatmete Luft durch Härchen und Schleimhäute zu filtern und anzufeuchten. Weiterhin bringt die Nasenatmung den Atemluftstrom immer auf Körpertemperatur, bevor der die Lunge erreicht.  Das Stickstoffmonoxid wird automatisch in die Lungen transportiert, der Körper regeneriert besser und unser Schlaf ist qualitativ hochwertiger. Die Nasenatmung aktiviert das parasympathische Nervensystem. Dieser Teil des vegetativen Nervensystems ist für die Entspannung und Regeneration verantwortlich und fördert Stressabbau. Wusstest du, dass jeder Mensch einen ganz natürlichen Nasenzyklus hat? Im Laufe des Tages wechseln die Schwellungen deiner Nasenschleimhäute. Entweder sind die Schleimhäute der linken Nasenseite angeschwollen und vermehren den Lufteinzug auf der rechten Seite oder umgekehrt. Du atmest also entweder mehr durch die linke oder mehr durch die rechte Nasenseite. Wenn die Atmung gerade vermehrt durch die rechte Nasenseite stattfindet, ist deine rechte Gehirnhälfte aktiver und hilft dir beim rationalen Entscheiden und analytischen Denken. Wenn die Atmung dann vermehrt durch die linke Nasenseite stattfindet, ist deine linke Gehirnhälfte aktiver. Dies regt deine Kreativität an und fördert deine Intuition. Eine natürliche Atmung erkannt man an einer entspannten Einatmung, einer passiven Ausatmung und einer Pause vor der nächstfolgenden Einatmung.

Der Atem ist das, was uns am tiefsten mit dem Leben verbindet: Wer atmet, der lebt.

Im Yoga spielt die Atmung eine besondere Rolle. Die Yoga-Atmung wird Pranayama genannt. Prana heißt Lebensenergie, Yama heißt Steuerung. Du kannst also durch Pranayama im Yoga deine Lebensenergie steuern. Die Atemübungen sind vorbeugend gegen Erkältungen, sie lösen Energieblockaden und öffnen deine Chakren. Das sind die Energiezentren in deinem Körper. Mit bewusster Atmung kannst du deinen Gemütszustand beeinflussen. Sie wird dir helfen, deine Konzentrationsfähigkeit zu steigern und innere Stärke zu erlangen. Die Atmung istein automatischer Vorgang, der keiner Steuerung durch unser Bewusstsein bedarf. Deshalb schenken wir unserem Atemrhythmus im Alltag kaum Beachtung. Bei der folgenden, kurzen Achtsamkeitsübung wird die Wahrnehmung bewusst auf die Atmung gelenkt. Durch die Zwerchfellatmung kann der Körper mehr Atemluft aufnehmen und es wird weniger Energie verbraucht. Der Blutdruck wird gesenkt und die Verdauung durch die Massage der Eingeweide gefördert. Durch die Nase einatmen und spüren, wie die Luft in die Lunge strömt, sich das Zwerchfell regelmäßig hebt und senkt. Dabei bewusst in den Bauchraum atmen. Beim Ausatmen durch den Mund die Lunge vollständig entleeren, damit Platz geschaffen wird für frische Luft und neuen Sauerstoff. Achtsam zu sein bedeutet, Bewertungen sein zu lassen und sich auf das zu konzentrieren, was gerade außerhalb der Gedanken ist. Eine einfache Übung dazu ist, sich auf den Atem zu konzentrieren und dadurch Distanz zu den Gedanken zu schaffen.

Atme ein. Atme aus. Erinnere dich, wer du bist.

Heute möchte ich dir zwei Atemübungen mit auf den Weg geben, die du leicht in deinen Alltag einbauen kannst. Du kannst sie zwischendurch ausüben, in deine Morgen- oder Abendroutine einplanen oder sie bei deiner Meditationseinheit üben. Wechselatmung Diese Atemübung kannst du bei Nervosität, Schlaflosigkeit und emotionalen Spannungen durchführen. Sie sorgt dafür, dass die Energie ungehindert durch deinen Körper fließen kann, und dein Geist klar und friedlich wird. Finde einen für dich bequemen Sitz, bei dem dein Atem frei fließen kann. Dein Zeige- und Mittelfinger deiner rechten Hand klappst du ein, den Daumen, Ring- und kleinen Finger streckst du aus. Nun bringst du die rechte Hand zu deiner Nase und legst den Daumen auf deinem rechten Nasenflügel ab. Atme tief ein und aus, und schließe dann das rechte Nasenloch mit deinem Daumen. Atme nun links 2 Sekunden ein und schließe dann mit deinem Ringfinger das linke Nasenloch. Halte nun die Luft für 8 Sekunden an. Öffne das rechte Nasenloch, atme 4 Sekunden lang aus. Rechts 2 Sekunden einatmen, 8 Sekunden halten, links 4 Sekunden ausatmen. Dies kannst du mehrere Runden lang üben, um in einen meditativen Zustand zu gelangen. Yogische Vollatmung Diese Atmung ermöglicht es dir, deine volle Atemkapazität auszuschöpfen. Hierbei werden Flanken- und Lungenspitzatmung miteinander verbunden. Bitte führe diese Atemübung bewusst aus, denn es wird dafür eine große Flexibilität deiner Rippen und Rippenzwischenmuskeln benötigt. Komme in einen aufrechten und bequemen Sitz. Lege eine Hand auf deine Bauchdecke und verbinde dich somit mit deiner ruhigen, tiefen Bauchatmung. Entspanne deinen Atem, so dass er ganz sanft und fließend wird. Lege deine zweite Hand auf dein Dekolleté, unterhalb deines Schlüsselbeins. Spüre die Verbindung zu deinem Brustkorb, wie er sich mit jedem Atemzug hebt und wieder senkt. Lasse deinen Atem noch tiefer entspannen und beginne dann, deinen Einatem ganz bewusst erst nach unten in Richtung Bauch, dann in die Flanken und schließlich nach oben unter die Schlüsselbeine fließen zu lassen. Bei der nächsten Ausatmung lässt du die Luft aus allen drei Bereichen gleichzeitig ausströmen, bis du das Gefühl hast, dass du ganz leer bist. Bleib ruhig und gelassen, und lasse den Atem aufmerksam fließen. Solltest du nicht mehr entspannt atmen können, beende die Übung und fahre ein anderes Mal damit fort.
Durch achtsame Atemübungen fokussierst du dich auf dich selbst. Du verbindest dich mit deinem Ursprung. Mit dem wer du bist, mit deiner Essenz, deinem Sein. Erinnere dich, was du in dir trägst und dass du alles was du brauchst, bereits da ist. Was war, bevor Gedanken- und Verhaltensmuster dich geprägt haben? Hole dir diese Erinnerungen zurück. Beginne, zu spüren und zu vertiefen. Beginne, dies zu genießen. Dich zu geniessen!

Breathe in. Breathe out.

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