Yoga is like a rollercoaster

Heute möchte ich dich mit auf eine Reise nehmen. Eine Reise aus meinem persönlichen Leben. Es geht um meinen Yogaweg. Dieser begleitet mich in allen Phasen meines Lebens, mal intensiver, mal weniger intensiv. Ich möchte meine Erfahrung mit dir teilen, um zu geben, mir und vielleicht auch dir etwas bewusst zu machen. Und dich zu ermutigen, falls du dich gerade in einer ähnlichen Situation befindest. Yoga ist für mich eine lebensbegleitende Praxis, die mich auf allen Ebenen im Alltag begleitet. Es geht für mich nicht nur um den sportlichen Aspekt, und auch nicht nur um den körperlichen. Es geht vielmehr um ein ganzheitliches Bewusstsein, eine Achtsamkeit die uns in erster Linie in der Verbindung mit uns selbst bestärkt. Aber auch in Themen wie Umgang mit anderen, Ernährung, Umweltbewusstsein und kollektive Energien.

Es geht um die westliche Definition von „Finden“, ums Loslassen, um das Gefühl des Leer seins und ums aufgeben. Ich spreche über Vertrauen, Liebe geben, Sein und Wandel. Leben ist Bewegung und so auch Yoga. Leben ist Bewusstsein und so auch Yoga. Leben ist das, was wir daraus machen und so auch Yoga. Es gibt kein schwarz oder weiß. Es ist bunt. Es gibt kein richtig oder falsch. Alles darf sein. Es gibt kein Bewerten. Denn ich respektiere dich so wie du bist, auch wenn ich deine Meinung nicht teile.

 

 

Yoga kam sehr schleichend in mein Leben. Es hat sich mir gezeigt ohne dass ich mir der Bedeutung dessen bewusst war. Zu dieser Zeit war ich abgetrennt von meinem Körper, hatte kein Gefühl dafür, was mir gut tut und was nicht. Ich habe viel Sport gemacht, viel zu viel. Weit über die gesunden Grenzen hinaus. Mit einer Motivation, die hinderlich statt förderlich war. Gesteuert vom Schönheitswahn, der uns in der Welt suggeriert wird. Wahrscheinlich wollte ich mich einfach nur fühlen, und habe deshalb nicht gemerkt was ich meinem Körper antue. Training fünf Mal die Woche war normal. Also war es kein Problem, auch noch Yoga zu machen. Mit einer DVD vor dem TV begann ich, die Körperübungen zu wiederholen. Ich wollte gut sein, doch fühlte mich oft nicht ausreichend. Mein Ziel war, möglichst schnell möglichst weit zu kommen. Mein Körper reagiert auf Fitness recht schnell und so konnte ich bereits nach kurzer Zeit die Erfolg sehen. Meine Oberarme waren formschön trainiert und auch mein Bauch begann sich zu verändern. Doch das war nur der äußere Blick. Innerlich sah es anders aus. Die Jahre zogen ins Land und meine Yogapraxis begleitete mich mal mehr, mal weniger. Ich begann Yogakurse zu besuchen, konnte mich jedoch nicht richtig für die Energie der Gruppe öffnen. Meine eigene Energie befand sich auf einem sehr schwachen Level. Ich steuerte durch mein Leben und versuchte eigentlich nur, zu überleben. Verrannte mich in unzähligen Dingen, die ich in meinen Alltag einbaute, nur um nicht genau hinzusehen. Krankheit entsteht immer aus dem Ungleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele. Dauerhaft vernebelt lebte es sich so ganz gut, zu groß war der Schmerz, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Dann kam der Moment in dem das Leben mich kraftvoll darauf hinwies, eine Veränderung vorzunehmen. Knapp an einem Burn Out vorbeigerasselt, entschied ich mich, eine sechsmonatige Auszeit von meinem Job zu nehmen um in Asien zu reisen. Ich wollte mich finden. Auf Reisen lernt man viel über sich selbst, das wusste ich bis dahin. Also packte ich meinen Rucksack und flog nach Nepal. Während der Trekkingtour im Himalaya Gebirge stellte ich mich erstmals den wirklich wichtigen Fragen des Lebens. Schon mein Leben lang spüre ich, dass ich anders denke als die andern. Anders fühle. Mich anders verhalte. Mir andere Fragen über das Leben stelle und sie auch anders beantworte. Nun hatte ich viel Zeit, eine Verbindung zu mir aufzubauen. Auf dem oft steinigen, nebligen, windigen und hügeligen Weg des Annapurna Circuit, mit meinem 12 Kilo schweren Rucksack auf dem Rücken. 16 Tage lang in bis zu über 5.000 Metern Höhe. Hallo Leben! Hallo Fühlen! Hallo wach werden! Die Teile in mir lieferten sich ein Duell. Stehen bleiben oder weiter gehen. Nachgeben oder die Kraft aus den Herausforderungen die der Weg mit sich bringt ziehen. Tod oder Leben. Mein Kopf sagte: gib nicht auf. Mein Körper sagte: ich kann nicht mehr. Oft war es auch andersherum. Das Leben ist Balance, Dualität ganz neu entdeckt und im eigenen System gespürt. Nach der Tour wohnte ich zwei Tage lang in einem Ashram, das war die einzige Möglichkeit, Erholung zu finden. Nach zwei Monaten reiste ich nach Thailand und kaufte mir dort eine Yogamatte. Eine Kraft in mir hatte mich wieder dorthin zurückgeführt. Sie gab mir die Möglichkeit, meinen Raum auf der Matte wieder zu nutzen. Eine Verbindung zu Mutter Erde aufzubauen.

Yoga macht gluecklich. Und Yoga fordert dich.

Als ich nach 3,5 Monaten wieder in Deutschland ankam, warteten alle zurückgelassenen Päckchen mit meinen Themen auf mich. Keines davon hatte sich aufgelöst, keines davon hatte sich erledigt. So standen sie da, ordentlich verpackt und sehr geduldig, nun angesehen zu werden. Nutze Reisen für Veränderung, aber sei dir bewusst, dass du deine Themen mit dir trägst. Und nur wenn du bereit bist, hinzusehen, hast du die Möglichkeit für Heilung. Die Zeit die nun folgte forderte mich sehr, denn mein Umkreis war freudiger über meine Reise-Erfahrungen als ich selbst. Ich konnte es nicht fühlen. Ich empfand es als normal, nichts Besonderes. Die Buddhisten sagen, es gibt nichts zu finden. Sie sprechen von der Leerheit der Dinge und vom Nicht-Ich. Keine Existenz hat ein festes Selbst. Alles wandelt sich. Unser Selbst ist eine Sammlung von sich ständig verändernden, körperlichen und geistigen Bestandteilen, die gemeinsam unsere ebenfalls verändernde Identität ausmacht. Diesen Strom verknüpfen wir mit unserem Namen, unserem Körper, unserem Job. Wir erfinden Geschichten und eine fixe Persönlichkeit. Ein festes Ich. Doch wichtig zu wissen ist: wir können alles verändern. An jedem Ort, in jeder Zeit. Jeden Tag aufs Neue. 365 Tage lang. So werden wir frei von dem, was die Gedanken über uns und unsere Grenzen erzählen. Und können uns tragen lassen. Vertrauen. Die Kraft in mir machte sich wieder bemerkbar und ich spürte das dringliche Verlangen, eine Yogalehrer-Ausbildung zu machen. Also meldete ich mich kurzerhand für die Ausbildung Modul 1 und 2 an. Jeweils acht Tage Intensivkurs warteten auf mich. Aufstehen um sechs Uhr, erste Praxis von sieben bis acht. Danach Frühstück und wieder auf die Matte. Yogaphilosophie, Hatha- und Vinyasa-Yoga. Asanakunde für Anfänger und Mittelstufe. Alignment und Adjustment. Pranayamatechniken, Meditationstechniken. Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung. Energielehre. Yogacoaching. Achtsamkeitstraining. Mit den meisten dieser Themen hatte ich mich vorher nie beschäftigt. Theorie und Praxis den ganzen Tag. Nach dem Abendessen lernen, Texte zusammenfassen, Wiederholungen schreiben, Stunden konzipieren. Ich fühlte mich überfordert. Wieder einmal. Mein Anspruch an mich selbst war hoch. Ich machte mir Druck. „Ich mache doch nicht diese Ausbildung, um danach nicht auch etwas draus zu machen“. Noch immer war der Mehrwert der Praxis für mich selbst nicht bei mir angekommen, durfte ich doch so dankbar sein, dass ich mir dies ermöglichen konnte. Nach den beiden Modulen ging Yoga für ca. sechs Monate aus meinem Leben. Komplett, so dachte ich. Doch im Endeffekt war es nur die Praxis auf der Matte. Der Rest blieb. Ich begann endlich, mein Zeug aufzuräumen. Erst das materielle. Mein Keller, meine Wohnung, all den Krusch den ich über die Jahre angesammelt hatte. Danach die Substanz der Unwirklichkeit. Das Verhaftetsein an den Illusionen des Lebens. Ich öffnete meine Augen und begann zu sehen. Mir bewusst zu machen. Den Teil meines Verstandes zu erkennen, für den ich lieber nicht verantwortlich wäre. Meine Überzeugungen, Meinungen, Urteile und Vorurteile. Meine Programme und Strukturen, die ich mir aufgebaut hatte um einen Rahmen zu haben. Rahmen geben Sicherheit. Doch sie engen auch ein. Wir sind nicht unser Zeug, aber wir sind verantwortlich für unser Zeug. Wir dürfen beobachten was wir denken, fühlen, wie wir handeln. Einmal austreten aus diesem Konstrukt und von Außen auf unser System schauen. Darüber lernen, was wir sehen. Erkennen, dass wir nicht unsere Gefühle und unsere Gedanken sind. Wir sind einfach. Unsere Essenz ist. Es muss dafür nichts getan werden, wir sind einfach da. Ich brauche darüber keinen Glauben. Ich brauche über das Leben keinen Glauben zu haben. Denn mein Leben ist nur ein winzig kleiner Teil im Universum. Ein Teil, dem wir im Alltag oft so viel Bedeutung schenken. Indem wir uns darüber aufregen, dass das Wetter schlecht ist. Wir die Bahn verpasst haben oder heute morgen keinen Bock haben auf die Arbeit zu fahren. Das alles ist nichtig. Urteile, Glaubenssysteme, Drama, Schuld, Eifersucht, Rechtfertigungen und Polaritäten des Verstandes sind alles Teile der Opferstory in der wir uns befinden. Lass es los, denn es zieht dir Energie die du für weitaus spannendere Dinge in deinem Leben verwenden kannst. Ich begann Verantwortung zu übernehmen. Mich um meine Blockaden und Traumata zu kümmern. Meine emotionale und kausale Energieebene zu heilen. Zurückzuschauen, um zu verstehen. Meine Ahnenlinie zu betrachten, um in die Heilung der Themen zu gehen von denen ich schon lange gemerkt habe, dass sie nicht zu meinem aktuellen Leben gehören. Ich habe meinen Ängsten in die Augen geschaut, und Ping Pong mit meinem Ego gespielt. Ich habe dafür gesorgt, dass mit Yoga und Meditation meine Energien wieder fließen dürfen. Ich habe mich geöffnet, für das was das Leben mir schenkt und mich so weiter und weiter nach oben in eine höhere Schwingung bewegt. Meine Bewusstseinsfrequenz erweitert und meine Gefühlsfrequenz verändert. Um so vom Mangel ins Füllebewusstsein zu kommen. Um die volle Schöpferkraft zu entfalten. Statt Trennung durfte ich Verbindung spüren. Statt Scham, Schuldgefühl, Trauer und Angst durfte ich Mut, Neutralität, Akzeptanz und Einsicht spüren.

Alles ist moeglich. Wenn du losgehst.

Das folgende Jahr war geprägt von Selbstreflexion, Heilung und wachsen. Yoga begleitete mich einige Zeit, und einige Zeit nicht. Loslassen war ein großes Thema. Doch das war nun okay. Denn im Grunde ist es immer da. Integriert in mein System. Ich bin ein ständiger Beobachter. Gehe einen Schritt zurück und schaue mit einem anderen Blickwinkel auf die Dinge. So kann ich abwägen, welche Kraft mich leitet. So kann ich trennen zwischen meinen Programmen und meinem Selbst. Meinem Herzen. So kann ich lieben, akzeptieren, vergeben. Mich öffnen für die Sichtweise anderer, auch wenn ich sie nicht teile. Freiheit schenken und selbst frei sein. Tiefe Verbundenheit zu anderen spüren, auch wenn eine räumliche Trennung vorliegt. Vorbild sein und Inspiration geben, durch Tun und Leben statt Anweisung geben. Die Geschenke des Lebens dankend annehmen und mich über Herausforderungen freuen. Denn sie zeigen mir, wo ich stehe. Emotionale Phasen veränderten sich. Ich schwinge höher und falle nicht mehr so tief. Rituale der Achtsamkeit helfen mir, diesen Zustand zu halten. Und wenn das Leben dich fordert, so kannst du dich immer besinnen. Zu dir zurück kommen. Dich verbinden. Den Raum auf deiner Matte nutzen. Eintauchen in deine Energie, dein Licht aussenden und die Kraft in dir spüren. Deine Schwingung nutzen, hin zu Liebe, Freude, Frieden. Atme ein, atme aus. Lege deine selbstauferlegten Schichten ab und komm zu deinem Kern zurück. Du trägst alles in dir, was du brauchst.

 

Nichts ist wichtig.

Nur der Moment im Hier und Jetzt.

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